Material zur Sendung:
8. Ohne Gott ist alles erlaubt? Religion als Werteproduzent
Von Norbert Bolz (19.12.09)
Streit um Gott - "Ohne Gott ist alles erlaubt?"
Eine Kontroverse über Glauben und Werte zwischen dem Philosophen Herbert Schnädelbach und dem Theologen Jean-Pierre Wils.
In Sonntagsreden wird gerne auf die wertprägende und stabilisierende Kraft des Christentums für Gesllschaft und Kultur verwiesen. Die Kirchen machen sich als Großkonzerne der Nächstenliebe nützlich. Sie schaffen Netzwerke von Sozialität und Solidarität. Aber ist das schon Grund genug, den Glauben für gesellschaftlich unverzichtbar zu halten?
Ist die Moralbilanz des christlichen Abendlandes wie die aller Religionen nicht überaus zwiespältig? Oder hat der Philosoph Peter Sloterdijk Recht, wenn er sich gegen die Härten einer fortschreitend kapitalistischen Gesellschaft die moralische "Dämpfung durch die jüdisch-christliche Tradition" wünscht? Soll man gar die "Sorge vor einer gottlosen Gesellschaft" teilen, die einen bekennenden Atheisten wie Gregor Gysi umtreibt?
Darüber streiten der Philosoph Herbert Schnädelbach und der Theologe Jean-Pierre Wils. Herbert Schnädelbach hat im Jahr 2000 in einem Zeit-Artikel behauptet, das verfasste Christentum liege als "Fluch auf unserer Zivilisation". Er hält die Grundwerte des Christentums für unorginell und verzichtber. Gott brauche man nicht, um ein moralisches Leben zu begründen. Der Theologe Jean-Pierre Wils dagegen verlangt Respekt und Achtung für alle "vorpolitischen Wertereservoirs", sowohl die des Humanismus wie der Religion.
Das Streitgespräch moderiert Klaus Hofmeister von hr2-kultur.
Kapitel 1 - Ohne Gott ist alles erlaubt? "Nein", sagen sowohl der Theologe als auch der Philosoph, denn wir haben ja die Vernunft!
In Sonntagsreden wird gerne auf die wertprägende und stabilisierende Kraft des Christentums für Gesllschaft und Kultur verwiesen. Die Kirchen machen sich als Großkonzerne der Nächstenliebe nützlich. Sie schaffen Netzwerke von Sozialität und Solidarität. Aber ist das schon Grund genug, den Glauben für gesellschaftlich unverzichtbar zu halten?
Ist die Moralbilanz des christlichen Abendlandes wie die aller Religionen nicht überaus zwiespältig? Oder hat der Philosoph Peter Sloterdijk Recht, wenn er sich gegen die Härten einer fortschreitend kapitalistischen Gesellschaft die moralische "Dämpfung durch die jüdisch-christliche Tradition" wünscht? Soll man gar die "Sorge vor einer gottlosen Gesellschaft" teilen, die einen bekennenden Atheisten wie Gregor Gysi umtreibt?
Darüber streiten der Philosoph Herbert Schnädelbach und der Theologe Jean-Pierre Wils. Herbert Schnädelbach hat im Jahr 2000 in einem Zeit-Artikel behauptet, das verfasste Christentum liege als "Fluch auf unserer Zivilisation". Er hält die Grundwerte des Christentums für unorginell und verzichtber. Gott brauche man nicht, um ein moralisches Leben zu begründen. Der Theologe Jean-Pierre Wils dagegen verlangt Respekt und Achtung für alle "vorpolitischen Wertereservoirs", sowohl die des Humanismus wie der Religion.
Das Streitgespräch moderiert Klaus Hofmeister von hr2-kultur.
Kapitel 1 - Ohne Gott ist alles erlaubt? "Nein", sagen sowohl der Theologe als auch der Philosoph, denn wir haben ja die Vernunft!
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(Download Audio 15:37 Min.)
Kapitel 2 - Die christliche Moral ist eigentlich unorginell, sie schöpft auch aus vorchristlichen Quellen. Inzwischen sind ihre besten Impulse in einen vernünftigen Humanismus aufgegangen. Insofern brauchen wir das Christentum im Blick auf die Moral nicht mehr, sagt Professor Dr. Schnädelbach.
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(Download Audio 16:03 Min.)
Kapitel 3 - Braucht man die moralischen Ressourcen der Religion als "Dämpfung" der fortschreitenden kapitalistischen Gesellschaft? Und ist der religiöse Einspruch etwa gegen die Stammzellenforschung nicht ein großes Schutzprojekt der Menschenwürde?
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(Download Audio 11:10 Min.)
Kapitel 4 - Beide Disputanten gehen unter anderem auf die skeptische Frage von Jürgen Habermas ein, ob die praktische Vernunft die Kraft hat "in profanen Gemütern ein Bewusstsein für die weltweit verletzte Solidarität, ein Bewusstsein von dem was fehlt, von dem, was zum Himmel schreit, zu wecken und wachzuhalten?"
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(Download Audio 11:49 Min.)
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