Zusatzmaterial zur Sendung von Samstag, 01.05.2010

Funkkolleg Religion und Gesellschaft - Wozu Gott?

God is a DJ - Musik und Transzendenz

Von Volker Bernius
(Wh. am Sonntag, hr-info/8.35 Uhr)


Ab dem Nachmittag des 30.04.2010 werden Sie den Podcast zur Sendung hier finden.

 

Religion braucht den Klang. Es gibt keine Religion ohne Musik. Jede religiöse Tradition hat ihren musikalischen Ausdruck seit altersher, vielfältig und reichhaltig bis in unsere Zeit. Musik und Religion haben die gleichen Wurzeln: Beide haben mit etwas zu tun, was man nicht aussprechen kann und was die Realität nicht abdeckt. In beiden können Menschen die Erfahrung von etwas Überweltlichem machen, das den Alltag überschreitet. Weder Musik noch Religion sind rein rational zu fassen. In beiden kann sich der Mensch verlieren oder finden. Und beide ermöglichen eine Tiefe und Leidenschaftlichkeit des Erlebens bis zur Ekstase. Und Musik und Religion können die Erfahrung von Sinn und Orientierung, von Trost und Heimat vermitteln. Für den einen ist Gott ein DJ, der seine Botschaften mit Klängen hören lässt. Für den anderen lässt das Göttliche in der Musik Welten transzendieren. Musik entsteht als Religion in den Menschen, die diese Musik hören und sich aus der Realität des Alltags in ein anderes Bewusstsein versetzen. Heute greift vor allem auch weltliche Musik religiöse Erscheinungsformen und Themen auf. Und manche Pop-Konzerte werden wie Gottesdienste inszeniert.

 

Material:

 

Gott als Boogieman - Jazz, Rock und Pop in den Kirchen

Beim Stichwort Kirchenmusik denkt man zuerst an Chöre, Orgeln und Kantaten. Doch Musik in Gotteshäusern ist heute viel mehr.

 

Religion und Popmusik: 1. I Say A Little Prayer –
Die Ursprünge der Popmusik im Gospel

Gerade in den Sechzigern hat die Religion einen schweren Stand in der Popmusik. Junge Menschen verehren die Beatles, Bob Dylan und all die anderen mit quasi religiösem Eifer – das ist eindeutig aufregender als die sonntägliche Kirchenroutine.

1. I Say A Little Prayer: Die Ursprünge der Popmusik im Gospel - Der Beitrag zum Nachhören

 

Religion und Popmusik: 2. Jesus Christ Superstar – Der Heiland als Popstar

Ob im Jazz, im schwarzen Blues oder der weißen Countrymusik: um Jesus kommt man nicht herum. Er wird angefleht und angebetet, er wird beschworen und verflucht, geliebt und gehasst.

2. Jesus Christ Superstar: Der Heiland als Popstar - Der Beitrag zum Nachhören

 

Religion und Popmusik: 3. If There´s Hell Below, We´re All Gonna Go – Biblische Metaphern im Pop

"Wenn es dort unten eine Hölle gibt, dann werden wir alle dort landen", singt der gläubige Christ Curtis Mayfield 1970. Auch im Reggae wird intensiv Bezug auf die Bibel genommen.

3. If There´s Hell Below, We´re All Gonna Go: Biblische Metaphern im Pop - Der Beitrag zum Nachhören

 

Religion und Popmusik: 4. Losing my Religion - Agnostiker, Atheisten, Antichristen

"Jesus died for somebody´s sins but not mine", Jesus starb nicht für meine Sünden. Mit dieser berühmten Zeile eröffnet Patti Smith 1976 ihr allererstes Album, ein Meilenstein des New Yorker Punk.

4. Losing my Religion: Agnostiker, Atheisten, Antichristen - Der Beitrag zum Nachhören

 

Religion und Popmusik: 5. Thank God It´s Friday – Sündige Genüsse

Vom Hallelujah im Gotteshaus ist es nur ein kurzer Weg zum "Hallelujah, I love her so". Mit diesem Song landet der afroamerikanische Sänger Ray Charles einen großen Hit und die göttliche Botschaft landet mitten in der profanen Welt der körperlichen Liebe.

5. Thank God It´s Friday: Sündige Genüsse - Der Beitrag zum Nachhören

 

 

Gott ist Pop - Gottsuche in der Popmusik

God is a DJ! Die Band Faithless brachte auf den Punkt, was Sie wahrscheinlich schon lange wussten: gute Musik ist göttlich, und gute Konzerte ziehen in den Bann wie Gottesdienste.

 

Xavier Naidoo: "Könnte nicht von Gefühlen singen, die ich nicht kenne"

Grund für unser heutiges Treffen ist, dass ihr sowohl mit den Söhnen Mannheims als auch mit Xavier Naidoo als Solokünstler neue Alben herausgebracht habt, mit denen ihr auch gerade in Form von Doppelkonzerten die Republik bereist. Xavier, dein Album heißt "Alles kann besser werden". Was muss denn besser werden?

 

Ben Becker liest die Bibel

Ben Becker hat seinen Wunsch, die Bibel zu lesen, in die Tat umgesetzt. Gemeinsam mit seiner "Zero Tolerance Band" und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg entstand eine Performance - bestehend aus Bibeltexten des Alten und Neuen Testaments.