Zusatzmaterial zur Sendung von Samstag, 06.03.2010
Funkkolleg Religion und Gesellschaft
Großkonzerne der Nächstenliebe - Netzwerke der Solidarität?
Von Mischa Ehrhardt
(Wh. am Sonntag, hr-info/8.35 Uhr)
Ab dem Nachmittag des 05.03.2010 werden Sie den Podcast zur Sendung hier finden.
Das Christentum ist mit einigem Abstand die größte Religionsgemeinschaft der Erde. Seine Institutionen sind „Global Players“. Auch wenn die Volkskirchen schrumpfen, so zählen sie heute noch rund 50 Millionen Mitglieder in Deutschland. Als organisierte Gemeinschaft dieser Größenordnung stellen sie auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Das Gesamtvermögen der beiden Amtskirchen schätzen Experten auf rund 500 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für den Haushalt der Bundesrepublik für das Jahr 2010 sind rund 330 Milliarden Euro eingeplant. Und auch bezogen auf die Mitarbeiterzahl liegen die Kirchen weit vor den größten Wirtschaftsunternehmen der Republik: 1,3 Millionen Menschen verdienen ihr Geld in einer der beiden großen Kirchen, der überwiegende Teil der Mitarbeiter arbeitet in der Diakonie oder der Caritas. Caritas und Diakonie stehen damit ganz vorn in der Liste der größten Unternehmen des Landes. Daher betrachten viele die Kirchen in Deutschland auch als Großkonzerne, Großkonzerne der Nächstenliebe sozusagen. Mischa Ehrhardt ist in der 16. Folge des Funkkollegs „Religion und Gesellschaft“ der Frage nachgegangen, was dran ist an solchen Sichtweisen. Sind die Kirchen Großkonzerne oder doch eher Netzwerke der Solidarität?
Material:
Diakonie...über die Zeit hinaus: Theodor Fliedner – Pflegen statt verwahren
Der Film zeigt die christlich begründete Antwort Theodor Fliedners auf die sozialen Folgen der wirtschaftlichen und politischen Umbrüche des beginnenden 19. Jahrhunderts.
Diakonie...über die Zeit hinaus: Friedrich von Bodelschwingh – Heimat geben
Der Film zeigt die Aktualität von Friedrich von Bodelschwinghs Engagement für die Wanderarmen. Als Folge der Industrialisierung hatten viele Menschen Wohnung und Arbeit verloren.
Keine Energierabatte mehr bei Kirchen
Bisher konnten Geringverdiener bei der Diakonie und Caritas in Nord- und Osthessen einen Sondertarif des Energieversorgers E.ON beantragen. Das ist jetzt vorbei - die Nachfrage war zu groß.
Diakonie und Caritas: Landesregierung will anderen Sozialstaat
Der Darmstädter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Walter Hanesch hat die Sozialpolitik der hessischen Landesregierung heftig kritisiert.
Wo landen eigentlich die Altkleider?
Was passiert mit den Kleidern im Container? Und welche Organisationen stehen hinter der Altkleidersammlung?
Dramatisch ansteigende Kirchenaustritte verunsichern die Bischöfe
Die Kirchen stehen in diesen Tagen vor vielfältigen Aufgaben und vielen Zerreissproben. Mit den Missbrauchsskandalen ist die große Vertrauenskrise gekommen. Und immer mehr Menschen treten aus. Die Bischöfe sind verunsichert, ob und wie der Exodus zu stoppen ist.
Kirchenmitarbeiter fordern mehr Lohn
"Guter Lohn für gute Arbeit." Unter diesem Motto demonstrierten am Dienstag rund 700 Kirchenmitarbeiter vor dem Verwaltungssitz der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau (EKHN) in Darmstadt.
Kirchenmitarbeiter wollen höhere Löhne
Gespräch mit Gabriela Hockertz, Caritas Erzbistum Berlin
über Arbeit, Prognosen und Perspektiven, Arbeitslosigkeit, Armut und "soziale Manieren".
Mit einfachen Tricks lässt sich der private Energieverbrauch senken. Wir haben zwei Berliner Stromsparhelfer bei einem Stromsparcheck begleitet.
Caritas und Eon Westfalen Weser kooperieren
Ratenzahlung bei Stromschulden
Mit steigenden Strompreisen steigt auch die Zahl derer, die ihre Rechnung nicht mehr bezahlen können. Seit einem Jahr hat die Caritas in Paderborn eine Abmachung mit dem Stromlieferanten Eon Westfalen Weser: Schulden können dort in kleine Raten abgezahlt werden. So ist beiden Seiten geholfen, sagt die Caritas.
Caritas-Präsident lehnt Bürgergeld ab
Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, sieht das von der FDP vorgeschlagene Bürgergeld als sozial ungerecht an. Es sei ein Pauschalbetrag, der soziale Unterschiede und Belastungen unbeachtet lasse. Neher warnte vor weiteren Kürzungen der Sozialausgaben.
Diakonie für Kontrolle von Sozialvereinen
Der Vizepräsident des Diakonischen Werkes, Wolfgang Teske, hat die Pläne des Berliner Senats für eine bessere Kontrolle sozialer Vereine begrüßt.
Misshandlungen bei der Diakonie?
Mitarbeiter einer diakonischen Einrichtung in Düsseldorf stehen im Verdacht, ihre Schutzbefohlenen misshandelt zu haben. Die Videos, auf denen die Misshandlungen festgehalten wurden, zeugen von einem "extrem rüden Umgang", so der ermittelnde Staatsanwalt.
„Helfer in der Not“: Mobiles Pflegeteam Diakonie Gütersloh
Tagtäglich erleben die Schwestern des ambulanten Pflegedienstes der Diakonie Gütersloh, was zunehmender Kostendruck im Gesundheits- und Sozialwesen für ihre Patienten bedeutet.
Sammelboykott in Mittelfranken
Die Diakonie in Bayern muss mit einem Sammelboykott rechnen: Der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Thann bei Bechhofen im Landkreis Ansbach hat beschlossen, zunächst nicht mehr für die Diakonie in Bayern und die Rummelsberger Anstalten zu sammeln.
Diakonie bietet Aus- und Weiterbildung
Die Diakonie Neuendettelsau will den Betroffenen eine Perspektive nach der Quelle-Pleite geben. Wir bieten zukunftsfähige Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Altenpflege, berichtet Mathias Hartmann von der Diakonie Neuendettelsau im Gespräch mit Bayern 1-Moderator Jürgen Lassauer.
Am Rand der Gesellschaft - die neue, alte Armut
Der Hartz-IV-Statistik zufolge galten Anfang 2008 rund 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren als arm. Tendenz steigend. Das gilt auch für Berlin und Brandenburg - hier lebte bereits 2007, vor der Finanzkrise, mehr als ein Sechstel der Bevölkerung unterhalb der Armutsschwelle.






