Zusatzmaterial zur Sendung von Samstag, 23.01.2010
Funkkolleg Religion und Gesellschaft
Gott als Schöpfer - Zur Vereinbarkeit von Bibel und Evolutionslehre
Von Andreas Malessa
(Wh. am Sonntag, hr-info/8.35 Uhr)
Ab dem Nachmittag des 22.01.2010 werden Sie den Podcast zur Sendung hier finden.
„So kann es nicht gewesen sein“ – das sagt sich jedes Schulkind, das die ersten Seiten der Bibel mit den ersten Blättern seines Biologiebuches vergleicht. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …“? 150 Jahre lang – seit Charles Darwins epochalem Werk über die Entstehung der Arten – war für europäische Christen die Kenntnisnahme seiner Evolutionslehre mit der gläubigen Lektüre der Genesisgeschichte durchaus vereinbar: Ein Dichter beschreibt den Wald anders als ein Förster, von symbolträchtigen Mythen darf man keine wissenschaftlichen Fakten erwarten und von präziser Geologie und Biologie keine Antworten auf Sinn- und Glaubensfragen. Erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert wurde ein Kulturkampf aus den USA nach Europa importiert, der zwischen Vernunft und Glaube unvereinbare Gegensätze konstruiert und um die Deutungshoheit in der Gesellschaft ringt. Folge 10 des hr2-Funkkollegs zeichnet die aktuellen Fronten des hitzig geführten Streits nach und lässt atheistische Evolutionsbiologen, radikale Kreationisten und reflektierte christliche Naturwissenschaftler zu Wort kommen.
Material:
Der Aufschrei der Empörung war groß, als bekannt wurde, dass in zwei Gießener Schulen die biblische Schöpfungslehre im Bio-Unterricht gelehrt wird. Ausgerechnet Hessens Kultusministerin Wolff hat damit allerdings wenig Probleme.
Nachrichten zu Kreationismus im Biologieunterricht finden sie hier.
Sigmund Freud sagte, Charles Darwin sei eine der großen Kränkungen der Menschheit. Mit seiner Evolutionstheorie stellt Darwin im 19. Jahrhundert die christliche Auffassung von der Abstammung des Menschen in Frage: Der Mensch ist nicht von Gott geschaffen, sondern stammt aus der Natur, ist nur ein Glied in der Kette der anderen Tiere.
Informationen zu Darwin und dem freien Willen gibt es hier.
Die bibelfrommen Lehren der Kreationisten, die in den USA für einen Kulturkampf zwischen Forschern und Evolutionskritikern sorgen, erreichen Deutschland. Die Schöpfungsgeschichte wird inzwischen auch an deutschen Schulen verbreitet - zum Entsetzen von Wissenschaftlern.
Unterricht an der August-Hermann-Francke-Schule in Gießen. Schüler der achten Klasse ergänzen einen Lückentext. Fertig ausgefüllt lautet der Übungstext: "Die [Kontinentalverschiebung] setzte erst nach der Sintflut ein. Gott schickte die [Sintflut] auf die Erde, weil die [Menschen] so böse waren, aber Noah fand [Gnade] vor dem Herrn." Im unteren Teil der Seite wird die Welt nach der Flut beschrieben: "Der Mensch isst jetzt Fleisch, es gibt Naturkatastrophen und Klimaprobleme, Menschen werden nicht mehr so alt."
Den ganzen Spiegel-Online Artikel finden Sie hier.
Das gelobte Land der Wissenschaften heißt noch immer USA. International führende Forscher arbeiten dort. Doch fundamentalistische Christen haben der wissenschaftlichen Freiheit den Kampf angesagt. Ihre Waffen sind die Lehre des Kreationismus oder die Denkschule des Intelligent Design.
Kreationisten gibt es in verschiedenen Ausprägungen - angefangen mit jenen, die glauben, dass Gott die Welt innerhalb von sechs Tagen schuf und unser Planet nur wenige tausend Jahre alt ist, bis zu den Anhängern des Intelligent Design (ID). Allen Versuchen zum Trotz, die Idee vom Intelligent Design als Wissenschaft zu deklarieren: Sie ist Religion und gehört somit nicht ins Biologieklassenzimmer. ID ist keine testbare wissenschaftliche Hypothese und löst unter Wissenschaftlern auch keine Kontroverse über die Evolutionstheorie aus.
Den ganzen Artikel von Welt.de finden Sie hier.
Eine weitere Sendung von Andreas Malessa zum Thema Evolution:
"So kann ich glauben..." heißt die 12teilige Sendereihe der Kirchenredaktion in hr2-kultur. Sie greift die Glaubensfragen auf, wie sie heute gestellt werden. Im zweiten Teil der Sendereihe stellt Andreas Malessa die Frage nach Gott als Schöpfer.
Hier kommen Sie zur Zusammenfassung und den Podcast finden Sie hier.
Der freie Wille: Charles Darwin kränkt die Menschen
Mit seiner Evolutionstheorie stellt Charles Darwin im 19. Jahrhundert die christliche Auffassung von der Abstammung des Menschen in Frage: Der Mensch sei nicht von Gott geschaffen, sondern stamme aus der Natur, sei nur ein Glied in der Kette der anderen Tiere. Sigmund Freud bezeichnete Darwin daraufhin ale eine der großen Kränkungen der Menschheit.
Charles Darwin kränkt die Menschen - Der Beitrag zum Nachhören
Charles Darwin - Revolutionär wider Willen
Es ist der 30. Juni 1860. Im englischen Oxford findet eine Sitzung der angesehenen "Britischen Gesellschaft für den Fortschritt der Wissenschaft" statt. Es geht um ein neues, umstrittenes Werk des Naturforschers Charles Darwin, das dieser ein halbes Jahr zuvor veröffentlicht hat: "Die Entstehung der Arten".
Revolutionär wider Willen - Der Beitrag zum Nachhören
Charles Darwin - Der Weg zu einer stimmigen Evolutionstheorie
Noch 1858 galt die biblische Schöpfungsgeschichte als unantastbar. Eine Art war eine Art, wie Gott sie erschaffen hatte. Der Mensch war die Krone der Schöpfung. Aber ein Überdenken des Glaubens an die Unveränderlichkeit der Schöpfung hatte bereits begonnen.
Der Weg zu einer stimmigen Evolutionstheorie - Der Beitrag zum Nachhören






